Konzentration und Leichtigkeit

Flow

Das Geheimnis des Glücks

Im Flow handeln wir in einem Zustand konzentrierter Leichtigkeit. Wir vergessen die Zeit, tauchen ein in das, was wir tun, wir spüren: Es läuft!
Tiefer Flow ist eine Art optimale Erfahrung. Er wirkt wie ein Referenzgefühl, an dem wir andere Erfahrungen messen, im Sinne von: So schön kann es sein!

Das ist der Zauber, der mich immer wieder aufs Spielfeld zurückkehren ließ...

Bill Russell

Der Basketball-Spieler Bill Russell drückte das in seiner Biografie so aus:
"In meiner Karriere gab es viele Momente, die mich berührt haben, aber das ist nichts gegen diese Erfahrung. Das ist der Zauber, der mich immer wieder aufs Spielfeld zurückkehren ließ: die Hoffnung, dass das Spiel diese Ebene erreichen könnte."

Das Problem:
Flow kann man nicht machen, man kann ihn nicht herstellen. Flow entsteht, und in der Regel zufällig.

Was also tun, wenn man, wie es der Astrophysiker Alan Lightman einmal sagte, "eigentlich eine Menge mehr davon gebrauchen könnte"?
Man kann die Bedingungen erforschen, unter denen Flow entsteht und diese Flow-fördernden Faktoren gezielt ins eigene Leben holen.

Darum geht es in meiner Arbeit: das Flow-Erleben aus seiner Zufälligkeit zu holen und Glückserfahrungen in zwei konkreten Lebensbereichen zu fördern, im Bereich der musikalischen Praxis und im Bereich des seelischen Wohlbefindens.

Eintauchen in eine Tätigkeit...

Mihaly Csikszent­mihalyi

Der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi (sprich: Tschick-ßent-mihaji) entdeckte das Erlebnis des völligen Eintauchens in eine Tätigkeit für die wissenschaftliche Forschung und untersuchte seine Entstehungsbedingungen. Da in vielen Interviews, in denen er Menschen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen über derartige Erfahrungen befragte, das Gefühl des anstrengungslosen Aufgehens in einer Aktivität als kontinuierliches Fließen continuous flowing – beschrieben wurde, nannte er sie Flow-Erlebnisse.

Die 8 Elemente des Flow

nach Csikszentmihalyi

1 Klarheit der Ziele und unmittelbare Rückmeldungen

...bieten vor allem viele sportliche Disziplinen sowie künstlerische Betätigungen. Diese gehören deshalb zu den klassischen Flow-Aktivitäten.

2 Eine hohe Konzentration auf ein begrenztes Feld

...erlaubt es, tief in eine Aktivität einzutauchen. Im Gegensatz dazu ist unsere Aufmerksamkeit im Alltag oft zerstreut, die Anforderungen können widersprüchlich und verwirrend sein.

3 Verhältnis Anforderungen und Fähigkeiten

Der Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe muss im richtigen Verhältnis zu den Fähigkeiten der handelnden Person stehen. Flow entsteht in einem Bereich zwischen Überforderung und Langeweile.

4 Das Gefühl von Kontrolle

Das Kontroll-Gefühl im Flow ist nicht zwanghaft oder angestrengt. Es ist integraler Bestandteil der Flow-Erfahrung und bezeichnet einen Zustand der Gelöstheit und Angstfreiheit.

5 Die Mühelosigkeit des Handlungsablaufs

Die Leichtigkeit des Handlungsablaufs gab der Flow-Erfahrung ihren Namen. Alles läuft harmonisch und mühelos, auch wenn die Aktivität einen beträchtlichen Energieeinsatz verlangt.

6 Die Veränderung des Zeiterlebens

Im tiefen Flow ist das normale Zeitgefühl aufgehoben. Eine Minute kann sich an wie eine Stunde anfühlen oder Stunden vergehen wie im Flug.

7 Das Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein

Die vollständige Konzentration auf eine Tätigkeit lässt keinen Raum mehr für Sorgen und Ängste, Aufmerksamkeit und Aktivität verschmelzen.

8 Die autotelische Qualität der Flow-Erfahrung: IROI

Nicht erst das Ergebnis einer Handlung ist befriedigend, sondern bereits das Tun selbst. Das Ziel der Tätigkeit liegt also zu einem großen Teil bereits in der Handlung selbst.

Neurobiologie

von Flow-Zuständen

Was passiert im Gehirn, wenn wir im Flow sind?

Komplexe Tätigkeiten erfordern die reibungslose Zusammenarbeit weit auseinander liegender Hirnregionen. Im Flow funktioniert diese Zusammenarbeit besonders effektiv.

EEG-Studie

Bremen - Nowosibirsk 2005

EEG-Studie zur Neurobiologie von Flow-Zuständen
bei Musikerinnen und Musikern, Bremen – Nowosibirsk 2005

In einer explorativen Studie wurden die Hirnströme von Studentinnen und Studenten der Hochschule Bremen und des Konservatoriums Nowosibirsk während des Übens im Flow gemessen. Die folgenden EEGs zeigen die Aktivität im Alpha-Frequenzband:

Eine Musikerin im tiefen Flow

Starke Alpha-Aktivität und hohe Kohärenz

Starke Alpha-Aktivität bedeutet Handeln im Zustand entspannter Wachheit, erhöhte Leistungsfähigkeit, erhöhte Lernfähigkeit, hohe Konzentration und Versunkenheit in eine Aufgabe. Die richtige Mischung aus Gelassenheit, innerer Klarheit, Engagement und Dynamik.

Hohe Kohärenz. Die gelb markierten Bereiche zeigen eine ähnliche bis gleiche Aktivität in den entsprechenden Hirnarealen. Dieses Phänomen bezeichnet man als Kohärenz. In hoch kohärenten Zuständen kommunizieren und kooperieren auch weit auseinander liegende Hirnregionen optimal miteinander. Das Gehirn wird durchlässig für kreative Ideen und spontane Problemlösungen. Hoch kohärente Zustände gehen mit positiven Emotionen und der Ausschüttung von Endorphinen (körpereigenen Opiaten) einher.

Üben ohne Flow

Geringe Alpha-Aktivität,
keine Kohärenz

Das Gehirn schwingt nicht im Gleichtakt, an jeder Elektrode zeigt sich eine andere elektrische Aktivität, die einzelnen Hirnregionen kooperieren nicht optimal, jede „macht, was sie will“. Schlecht koordinierte Hirntätigkeit bedeutet verringerte Effektivität im Denken und Handeln, eingeschränkte Lern- und Leistungsfähigkeit.

Weitere Studien zu Flow-Zuständen bei Sportlern und Musikern:

Hochleistung bei Golfern

Ökonomie und Synchronisation der Gehirnhälften

Synchronisation der Gehirnhälften. Bei Golfern in Zuständen erhöhter Leistungsfähigkeit synchronisiert sich die Aktivität in beiden Hemisphären, die unterschiedlichen Qualitäten beider Gehirnhälften arbeiten bei der Bewältigung komplexer Aufgaben optimal zusammen.

Ökonomisierung der Hirntätigkeit. Nur die Zentren feuern, die für die Durchführung einer Aufgabe benötigt werden (rot/gelb), alle anderen Areale sind weitgehend deaktiviert (grün/blau). Dies erklärt die Leichtigkeit, Effizienz und Eleganz des Handelns im Flow.
Quelle: www.debbiecrews.com

Flow bei Jazzmusikern

Kreativität und Selbstausdruck

Das Gehirn von Jazzpianisten während der Improvisation zeigt eine weitgehende Deaktivierung der kognitiven Kontrollfunktionen des Präfrontalhirns (blau), bei gleichzeitig erhöhter Aktivierung aller sensorischen und für den genuinen Selbstausdruck zuständigen Areale (rot). Dies sorgt für eine gesteigerte Durchlässigkeit des Gehirns für kreative Ideen und ihre unmittelbare Umsetzung.

Im Gegensatz dazu ist die Hirnaktivierung während des strukturierten Tonleiterübens genau umgekehrt: Die kognitiven Kontrollfunktionen des Präfrontalhirns sind aktiviert, die Aktivität der sensorischen und der für den Selbstausdruck zuständigen Zentren ist verringert.
Quelle: Charles Limb, Allen Braun 2008

Üben im Flow und das Gehirn

Lernen im Alpha-Modus

2005 wurden in einer explorativen EEG-Studie die Hirnströme von Studentinnen und Studenten während des Übens im Flow gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass tiefes Eintauchen in eine Tätigkeit mit einer starken Alpha-Aktivität und einer hohen Kohärenz der Hirnwellenmuster einhergeht.

Was passiert beim
Üben im Flow
im Gehirn

Interview mit
Andreas Burzik, 2025

Lernen im Alpha-Modus ist höchst effektiv, weil Informationen tief ins Langzeitgedächtnis eingespeichert werden. Hohe Kohärenz in der Hirntätigkeit macht das Gehirn durchlässig für kreative Ideen und spontane Problemlösungen.

Kontakt

Andreas Burzik
0160 966 11 699

Praxis:
Bahnhofstr. 5 (Seiteneingang)
28195 Bremen