Flow
Das Geheimnis des Glücks
Im Flow handeln wir in einem Zustand konzentrierter Leichtigkeit. Wir vergessen die Zeit, tauchen ein in das, was wir tun, wir spüren: Es läuft!
Tiefer Flow ist eine Art optimale Erfahrung. Er wirkt wie ein Referenzgefühl, an dem wir andere Erfahrungen messen, im Sinne von: So schön kann es sein!
Das ist der Zauber, der mich immer wieder aufs Spielfeld zurückkehren ließ...
Bill Russell
Der Basketball-Spieler Bill Russell drückte das in seiner Biografie so aus:
"In meiner Karriere gab es viele Momente, die mich berührt haben, aber das ist nichts gegen diese Erfahrung. Das ist der Zauber, der mich immer wieder aufs Spielfeld zurückkehren ließ: die Hoffnung, dass das Spiel diese Ebene erreichen könnte."
Das Problem:
Flow kann man nicht machen, man kann ihn nicht herstellen. Flow entsteht, und in der Regel zufällig.
Was also tun, wenn man, wie es der Astrophysiker Alan Lightman einmal sagte, "eigentlich eine Menge mehr davon gebrauchen könnte"?
Man kann die Bedingungen erforschen, unter denen Flow entsteht und diese Flow-fördernden Faktoren gezielt ins eigene Leben holen.
Darum geht es in meiner Arbeit: das Flow-Erleben aus seiner Zufälligkeit zu holen und Glückserfahrungen in zwei konkreten Lebensbereichen zu fördern, im Bereich der musikalischen Praxis und im Bereich des seelischen Wohlbefindens.
Eintauchen in eine Tätigkeit...
Mihaly Csikszentmihalyi
Der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi (sprich: Tschick-ßent-mihaji) entdeckte das Erlebnis des völligen Eintauchens in eine Tätigkeit für die wissenschaftliche Forschung und untersuchte seine Entstehungsbedingungen. Da in vielen Interviews, in denen er Menschen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen über derartige Erfahrungen befragte, das Gefühl des anstrengungslosen Aufgehens in einer Aktivität als kontinuierliches Fließen – continuous flowing – beschrieben wurde, nannte er sie Flow-Erlebnisse.
Die 8 Elemente des Flow
nach Csikszentmihalyi
Neurobiologie
von Flow-Zuständen
Was passiert im Gehirn, wenn wir im Flow sind?
Komplexe Tätigkeiten erfordern die reibungslose Zusammenarbeit weit auseinander liegender Hirnregionen. Im Flow funktioniert diese Zusammenarbeit besonders effektiv.
EEG-Studie
Bremen - Nowosibirsk 2005
EEG-Studie zur Neurobiologie von Flow-Zuständen
bei Musikerinnen und Musikern, Bremen – Nowosibirsk 2005
In einer explorativen Studie wurden die Hirnströme von Studentinnen und Studenten der Hochschule Bremen und des Konservatoriums Nowosibirsk während des Übens im Flow gemessen. Die folgenden EEGs zeigen die Aktivität im Alpha-Frequenzband:
Eine Musikerin im tiefen Flow
Starke Alpha-Aktivität und hohe Kohärenz
Starke Alpha-Aktivität bedeutet Handeln im Zustand entspannter Wachheit, erhöhte Leistungsfähigkeit, erhöhte Lernfähigkeit, hohe Konzentration und Versunkenheit in eine Aufgabe. Die richtige Mischung aus Gelassenheit, innerer Klarheit, Engagement und Dynamik.
Hohe Kohärenz. Die gelb markierten Bereiche zeigen eine ähnliche bis gleiche Aktivität in den entsprechenden Hirnarealen. Dieses Phänomen bezeichnet man als Kohärenz. In hoch kohärenten Zuständen kommunizieren und kooperieren auch weit auseinander liegende Hirnregionen optimal miteinander. Das Gehirn wird durchlässig für kreative Ideen und spontane Problemlösungen. Hoch kohärente Zustände gehen mit positiven Emotionen und der Ausschüttung von Endorphinen (körpereigenen Opiaten) einher.
Üben ohne Flow
Geringe Alpha-Aktivität,
keine Kohärenz
Das Gehirn schwingt nicht im Gleichtakt, an jeder Elektrode zeigt sich eine andere elektrische Aktivität, die einzelnen Hirnregionen kooperieren nicht optimal, jede „macht, was sie will“. Schlecht koordinierte Hirntätigkeit bedeutet verringerte Effektivität im Denken und Handeln, eingeschränkte Lern- und Leistungsfähigkeit.
Weitere Studien zu Flow-Zuständen bei Sportlern und Musikern:
Hochleistung bei Golfern
Ökonomie und Synchronisation der Gehirnhälften
Synchronisation der Gehirnhälften. Bei Golfern in Zuständen erhöhter Leistungsfähigkeit synchronisiert sich die Aktivität in beiden Hemisphären, die unterschiedlichen Qualitäten beider Gehirnhälften arbeiten bei der Bewältigung komplexer Aufgaben optimal zusammen.
Ökonomisierung der Hirntätigkeit. Nur die Zentren feuern, die für die Durchführung einer Aufgabe benötigt werden (rot/gelb), alle anderen Areale sind weitgehend deaktiviert (grün/blau). Dies erklärt die Leichtigkeit, Effizienz und Eleganz des Handelns im Flow.
Quelle: www.debbiecrews.com
Flow bei Jazzmusikern
Kreativität und Selbstausdruck
Das Gehirn von Jazzpianisten während der Improvisation zeigt eine weitgehende Deaktivierung der kognitiven Kontrollfunktionen des Präfrontalhirns (blau), bei gleichzeitig erhöhter Aktivierung aller sensorischen und für den genuinen Selbstausdruck zuständigen Areale (rot). Dies sorgt für eine gesteigerte Durchlässigkeit des Gehirns für kreative Ideen und ihre unmittelbare Umsetzung.
Im Gegensatz dazu ist die Hirnaktivierung während des strukturierten Tonleiterübens genau umgekehrt: Die kognitiven Kontrollfunktionen des Präfrontalhirns sind aktiviert, die Aktivität der sensorischen und der für den Selbstausdruck zuständigen Zentren ist verringert.
Quelle: Charles Limb, Allen Braun 2008
Üben im Flow und das Gehirn
Lernen im Alpha-Modus
2005 wurden in einer explorativen EEG-Studie die Hirnströme von Studentinnen und Studenten während des Übens im Flow gemessen. Die Ergebnisse zeigten, dass tiefes Eintauchen in eine Tätigkeit mit einer starken Alpha-Aktivität und einer hohen Kohärenz der Hirnwellenmuster einhergeht.
Lernen im Alpha-Modus ist höchst effektiv, weil Informationen tief ins Langzeitgedächtnis eingespeichert werden. Hohe Kohärenz in der Hirntätigkeit macht das Gehirn durchlässig für kreative Ideen und spontane Problemlösungen.
Kontakt
Andreas Burzik
0160 966 11 699
mail@flowskills.com
Praxis:
Bahnhofstr. 5 (Seiteneingang)
28195 Bremen